Effizienz

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Effizienz = Nutzen : Aufwand



Manchmal wird die "Effizienz" auch als Verhältnis aus theoretisch möglichem Nutzen und tatsächlich erreichtem Nutzen definiert. Eigentlich alles ganz einfach?

Leider nicht. Die Definition von Nutzen und Aufwand ist nämlich alles andere als einfach. Wo grenze ich den Nutzen ab (in der Technik und Wirtschaft: wo lege ich die Bilanzgrenze?). Muss ich den Schaden, den ich an anderer Stelle verursache, mit einkalkulieren - oder lasse ich ihn unter den Tisch fallen? Berücksichtige ich beim Aufwand nur die Kosten, Ressourcen und Energien, die ich selbst trage - oder auch all die Kosten, die an anderer Stelle anfallen und von anderen getragen werden müssen.

Besonders trügerisch ist der Begriff im Zusammenhang mit der Effizienz einer menschlichen Leistung, wenn er genutzt wird, um die Zugehörigkeit zu einer Elite und damit verbundene Privilegien zu begründen. Wie viel Nutzen generiert ein Hedgefond-Manager? Wie weit wird seine Effizienz durch einen Mercedes S-Klasse TM gesteigert? Würde ein Polo seine Effizienz (geringerer Aufwand bei gleichem Nutzen) nicht steigern? Belege für die "effizienzsteigernde" Wirkung von Privilegien gibt es kaum - Behauptungen viele!

Wenn wir den Energie- und Rohstoffaufwand eines Bürgers in einem Industrieland mit dem Aufwand eines Bürgers in einem Entwicklungsland vergleichen - bei vergleichbarer Zufriedenheit, Nachkommenschaft und körperlich-geistiger Gesundheit - so ist keineswegs ausgemacht, dass der Industrieland-High-Performer tatsächlich "effizienter" ist. Es besteht sogar der Verdacht, dass die Industrielandbewohner sich durch eine extreme Energie- und Ressourcenverschwendung auszzeichnen - bei eher dürftigem Nutzen: mäßige Bildung durch Informations-Overflow, mäßige Gesundheit durch zuviel Junk-Food, mäßige Zufriedenheit durch ständige Überforderung und kaum Nachkommen wg. fehlendem "Nutzen" bzw. zu hohen Kosten!

Effizienz und Demokratie

2026 - In den demokratischen Ländern verbreitet sich zunehmend die Ansicht, Demokratien seien den Effizienzanforderungen moderner, technikdominierter Gesellschaften nicht mehr gewachsen. Während wir überall versuchen, unsere technokratischen Prozesse in Industrie, Finanzwirtschaft, Politik und Verwaltung zu optimieren, stellen die auf Diskursen, Konsenz und Kompromissen beruhenden demokratischen Abläufe ein ständiges Hinderniss dar.

Die US-amerikanischen Tech-Daddies haben dies erkannt und versuchen den "schlanken" Staat zu erzwingen. Staaten sollen in Unternehmen umgewandelt werden, die von einem CEO geleitet werden.

Die Doktrin, die unsere Wirtschafts- und Politikelite seit den 90ern dem Volke versucht schmackhaft zu machen: Demokratie wird überbewehrtet. Überlasst es uns Experten, für euer Leben zu sorgen. Wir können das besser.

Unsichtbare Effizienz

Ein besonderes Problem bei der Bewertung von Effizienz ergibt sich durch unsichtbare Wirkungen - als Nutzen oder als Schaden. Wenn durch eine Maßname ein Schaden nicht eintritt, der ohne die Maßnahme eingetreten wäre oder wenn durch eine Maßnahme ein Nutzen nicht eintritt, der ohne diesen Effekt eingetreten wäre, wie stelle ich dann die Wirkung der Maßnahme auf die Effizienz fest?

Ein Beispiel für eine solche Betrachtung des "Nicht Eingetretenen" war die Untersuchung von Schäden an Bombern im 2. Weltkrieg, mit dem Ziel, die Abschüsse zur reduzieren. Militärplaner ließen die Einschusslöcher an zurückgekehrten Bombern aufnehmen – typischerweise häuften sie sich an Rumpf, Tragflächen und Heck. Die Experten folgerten, dass eine Verstärkung von Heck, Rumpf und Flügeln die Überlebenschancen verbessern würde.

Ein Mathematiker - Abraham Wald - schlug eine andere Interpretation vor: Da nur Flugzeuge untersucht wurden, die es zurück geschafft hatten – also gerade jene, bei denen die Treffer keinen Absturz verursachten - konnten deren Beschädigungen für einen Absturz nicht maßgebend sein. Die Maschinen, die an anderer Stelle getroffen wurden (vor allem Motoren, Cockpit, Treibstoffsystem), tauchten in der Stichprobe gar nicht erst auf - mussten also abgestürzt sein. Wald schloss daraus, dass die Panzerung gerade an den unversehrten Stellen der zurückgekehrten Maschinen angebracht werden sollte.

Diese Betrachtung kann auf viele Fragen zur Steigerung von Effizienz und dem Erreichen von Zielen angewendet werden und dient der Vermeidung der sogenannten Survivorship Bias oder der Beachtung der von Nassim Taleb eingeführten "stillen Evidenz". Taleb bezieht sich auf eine Anekdote von Cicero: Dem Nichtgläubigen Diagoras wurden Votivtafeln von Gläubigen gezeigt, die gebetet hatten und einen Schiffbruch überlebten – die Behauptung war, dass Beten vor dem Ertrinken schützt. Diagoras fragte zurück: "Wo sind die Bilder derer, die gebetet haben und trotzdem ertrunken sind?"

Wer wissen will, wie man ein Ziel erreicht - höhere Effizienz, Erfolg, Reichtum, langes Leben - darf nicht nach den gemeinsamen Eigenschaften derer schauen, die das Ziel erreicht haben, sondern muss nach den Eigenschaften suchen, die alle diese Menschen nicht hatten. Denn nur das können die Eigenschaften sein, die all die anderen am Erreichen des Ziels gehindert haben - wenn nicht der Zufall seine Hände im Spiel hat.

Denken mit KI

Ich habe Claude diesen Text vorgelegt und daraus ein Essay erstellen lassen:

Datei:Effizienz.pdf
Der Text wurde mit Hilfe des LLM Claude (Sonnet 5.5, mittel) erstellt. Der Aufwand für die Erstellung beschränkte sich auf die Vorgabe eines Textes aus diesem Wiki oder der Formulierung einer Frage und betrug ca. 0.5 h ohne Prüfung der Richtigkeit der Quellen.

Bitte beim lesen daran denken: Ideen, Formulierungen und stilistische Elemente sind nicht das Ergebnis eines individuellen künstlichen Geistes und seiner Welterfahrung, sondern die Aggregation aus den Werken von Millionen kluger, realer Menschen!

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