Integriert Euch!
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2016 und 2017 trat in unserer Gesellschaft ein zunehmend rauherer Ton in den Vordergrund, mit dem von "Fremden" Integrationsbereitschaft gefordert wurde. Integration war nicht länger ein langsamer Prozess auf Augenhöhe, abhängig von unzähligen Einflussgrößen wie Persönlichkeit, Umfeld, sozialem und ökonomischem Spielraum, Religion, Tradition, Familie, Bildung, Gesundheit, intellektuellen Fähigkeiten u.v.m. - Integration hat gefälligst in einem "kurzen Prozess" stattzufinden. Sprache lernen, benehmen, arbeiten, fertig! Darin waren sich Politik, Medien und Mehrheitsgesellschaft einig.
So einfach macht es sich die gesellschaftliche Mehrheit - weil es so nichts von ihr fordert: kein Geld, keine Zeit, keine Empathie, kein Verständnis. Der Andere muss sich gefälligst integrieren. Das kann man ja wohl erwarten - wo man doch zu den Guten zählt.
Es stellt sich aber für all die Außenseiter, Unangepassten und Widerborstigen einer Gesellschaft die Frage: Wenn die Mehrheit die Integration so gedankenlos von den "Fremden" fordert, wann fordert sie die Integration auch von ihnen mit der gleichen Strenge!
2024, es bleibt dabei
Eine Push-Nachricht Zeit, 1.9.2024
DaZ-Unterricht für geflüchtete Kinder: Bringt ihnen Deutsch bei – und zwar richtig!
Fordern oder einladen?
Wie gelingt es, fremden Menschen mit ihrem fremden Verhalten und ihren fremden Geschichten in das eigene Leben, die eigene Geschichte einzubinden, ohne sich selbst aufzugeben oder zu verleugnen? Die konservativ fühlenden deuschen Bürger glauben 2026 noch immer mehrheitlich, dass dies nur durch Zwang und Fordern geschehen kann.
Die Vorstellung, den Fremden einzuladen, am eigenen Leben und der eigenen Geschichte teilzunehmen und sich gleichzeitig für das Leben und die Geschichte des Fremden zu interessieren ist ihnen fremd. Sie wollen dem Fremden eine Checkliste überreichen, in der penibel aufgeführt ist, was er oder sie zu tun oder zu lassen habe. Und dann soll er oder sie sich gefälligst danach richten. Sonst muss der Mensch weg!
Was für ein erbärmlicher Blick auf die Vielfalt menschlichen Daseins! ...und was für eine anmaßende Überhöhung des eigenen kleinen Lebens.
